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Smiley Re: Freiberufliche Tätigkeit über kurzen Zeitraum

>> Hallo! Ich habe eine Anfrage von einer Firma, kurzzeitig (ca. 1 Woche) bei der Entwicklung einer Software mitzuhelfen (als Freelancer). Ich bin gerade mit dem Studium fertig und bin noch nicht berufstätig. Ich habe nicht vor, weiter freiberuflich Tätig zu sein. Angenommen ich schreibe eine Rechnung über 1000 Euro. Kann mir jemand einen Tipp geben, wie diese Tätigkeit beim Finanzamt angegeben werden muss? Konkret: Ich liege (laut http://www.freelancer-blog.de/steuern-und-beitrage/) sicher unter dem Freibetrag. Eine Einkommensteuererklärung werde ich ja trotzdem abgeben müssen. Wann wäre diese fällig? Kann ich das online per Elster erledigen? Sollte ich mich vorher mit dem Finanzamt in Verbindung setzen? Jegliche Tipps zu den Angaben, die ich bei der Einkommensteuererklärung machen muss, sind willkommen! Vielen Dank, R&R


Hallo Rex,

 

wenn es geht, lass dir einen Praktikantenvertrag oder ähnliches geben und vermeide die Freiberuflichkeit. Der Aufwand lohnt den Nutzen nicht und oft genug wirst du vom Auftraggeber über den Tisch gezogen.

 

Wie schon einige schrieben, geht es nicht ohne Anmeldung beim Finanzamt und ohne eigene Steuernummer. Die ersten drei Jahre laufen i.d.R. "Brutto für Netto", danach musst(!) du aber Gewinn erwirtschaften, sonst untersagt dir das Finanzamt die weitere Tätigkeit wegen "Liebhaberei" (Kein Witz!) Die ersten Monate musst du monatlich eine Ust-Voraberklärung abgeben, später "nur" noch dreimonatlich. Außerdem musst du dich selbst um Krankenkasse, Altersvorsorge, die entsprechenden Versicherungen (zB: Haftplicht) kümmern, vor allem aber um weitere Verträge von anderen Auftraggebern einholen, sonst vermutet das Finanzamt eine Scheinselbständigkeit. (Ausnahme: Werksverträge über begrenzten Zeitraum.) Außerdem musst du mit deinem Auftragsgeber alles schriflich fixieren. Er muss dir das Lastenheft stellen, du erstellst daraus ein Pflichtenheft und erst wenn beide Hefte von allen Beteiligten unterschrieben sind geht es ans strikte Abarbeiten der einzelnen Punkte. Machst du das nicht so, kommen garantiert Sonderwünsche zum Umsetzen von denen spätestens bei Rechnungsstellung keiner mehr etwas wissen will, da es nicht schriftlich festgehalten ist. Hinzu kommt, dass du als "Externer" immer besonders beobachtet und der Maßstab für deine Leistungen höher gesetzt wird, als bei Internen, denn schließlich kostest du auch mehr als ein Angestellter. Am Ende musst du dir außerdem die Frage stellen, wie geht es weiter, wenn das Gewerk erbracht ist? Damit meine ich nicht unbedingt deine berufliche Karriere, sondern vielmehr die Wartung des Gewerks (zB: Sicherheitspatches oder schlichtweg Fehlerbehebung )

 

Ich könnte noch viel mehr anbringen, aber ich muss mich bremsen. Wenn du es nur kurzfristig machen möchtest, dann rate ich dir eher von der freiberuflichen Tätigkeit ab. Aber du hast schon geschrieben, dass du es eigentlich gar nicht machen möchtest ...

 

LG

Michaela

 


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